Yoga ist eine körperliche, geistige und spirituelle Praxis, die ursprünglich aus Indien kommt. Yoga ist vielfältig und besteht aus verschiedenen Schulen, die unterschiedliche Ansätze und Ziele verfolgen und in enger Verbindung zu Buddhismus, Hinduismus und Jainismus stehen. Die wohl bekanntesten Yogaschulen, die auch meist auch als klassisches Yoga gelten sind Hatha-Yoga und Raja-Yoga.

Der Ursprung und die Entstehungszeit von Yoga sind unklar, können aber wahrscheinlich auf das fünfte Jahrhundert vor Christi Geburt datiert werden. Die ersten Texte, die sich mit Yoga beschäftigen, sind circa 1500 Jahre alt und werden erst seit 100 Jahren in der westlichen Welt rezipiert. Indische Yogis verhalfen der traditionellen Praxis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu weltweiter Berühmtheit und sorgten dafür, dass Yoga mittlerweile als ganzheitliches Konzept angesehen wird.

Bedeutung und Ziele
Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit und kann als „vereinen“, „zusammenführen“ oder „anhängen“ übersetzt werden. Menschen, die sich intensiv mit der Yogapraxis auseinander setzten, werden je nach Geschlecht als Yogi oder als Yogini bezeichnet.
Das wichtigste Ziel von Yoga ist Befreiung, die allerdings nicht näher definiert wird und auch von dem jeweiligen philosophischen Konzept der verschiedenen Yogaschulen abhängt.
Zudem kann Yoga auf vier unterschiedliche Weisen beschrieben werden, die auch als die Bedeutungen von Yoga angesehen werden. In erste Instanz soll Yoga dazu verhelfen, Ziele mithilfe einer disziplinierten Praxis zu erreichen. Es gilt als Technik, um eine größere Kontrolle und ein größeres Bewusstsein für das Zusammenspiel von Körper und Geist zu entwickeln. Yoga ist zudem auch der Name einer spezifischen Yogaschule beziehungsweise einer philosophischen Ausrichtung innerhalb des Yogas. Das letzte Ziel oder die letzte Bedeutung von Yoga ist die regelmäßige Ausübung von Yoga.

Verschiedene Yogaschulen
Hatha-Yoga gilt oftmals als klassisches Yoga und hat seine Wurzeln im Tantra. Der Legende nach wurde Hatha-Yoga von der Gottheit Shiva kreiert und unterstützt die Reinigung von Körper und Geist. Hatha-Yoga besteht in erster Linie aus verschiedenen Asanas, die statisch gehalten werden. Ein weiteres wichtiges Element sind zudem die Atemübungen und die Meditation. Die Ausübung von Hatha-Yoga eignet sich für Anfänger und Fortgeschrittene, da die Asanas der jeweiligen körperlichen Verfassung angepasst werden können. Insbesondere bei Gesundheitsproblemen und bei Stress kann die regelmäßige Ausübung von Hatha-Yoga dabei helfen Schlafprobleme, Rückenschmerzen und Durchblutungsbeschwerden zu beheben.

Ashtanga-Yoga ist eine relativ neue Yogaschule, die auf traditionellem Yogawissen basiert und den Fokus auf Beweglichkeit und Kraft im Einklang mit Atemtechniken legt. Bei der Ausübung von Ashtanga-Yoga werden die verschiedenen Asanas in einer festgelegten Reihenfolge praktiziert. Konstante Bewegung ist ein wichtiger Aspekt von Ashtanga-Yoga und sorgt dafür, dass das Herz-Kreislauf-System gestärkt wird. Asthanga-Yoga eignet sich nur bedingt für Einsteiger, da eine gute körperliche Verfassung bei der Ausübung vorausgesetzt wird.

Auch Bikram-Yoga ist ein neuere Yogarichtung, die seit circa 30 Jahren ausgeübt wird. Genau wie Ashtanaga-Yoga besteht Bikram-Yoga aus einer festgelegten Sequenz von Asanas, die während einer 90-minütigen Unterrichtsstunde praktiziert werden. Bikram-Yoga sorgt für eine gesteigerte Flexibilität und unterstützt die Entschlackung, da der Übungsraum eine Umgebungstemperatur von circa 38 Grad hat. Da die hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit für viele Anfänger gewöhnungsbedürftig sind, eignet sich Bikram-Yoga vor allem für erfahrene Yogis und Yoginis, die körperlich sehr fit sind.

Yoga ist ständig im Wandel und passt sich den jeweiligen Bedürfnissen der Praktizierenden an. Im Fitnessbereich ist beispielsweise Power-Yoga sehr populär und auch Mischformen aus Yoga und Pilates eignen sich besonders für die Verbesserung der körperlichen Fitness. Yoga Nidra ist eine spezielle Ausprägung und stellt den bewussten Schlaf und Meditation in den Vordergrund. Andere Beispiele für Yogarichtungen sind Kundalini-Yoga, Yoga für Schwangere, Kinder, Menschen mit Rückenproblemen oder auch Yoga, welches an bestimmte Sportarten angepasst ist.

Yogische Ernährung
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Yogapraxis ist die richtige Ernährung, die in erster Linie vegetarisch oder vegan ist. Getreide, Reis, Hülsenfrüchte und Honig werden als gesund angesehen und sind die bevorzugte Nahrung vieler Yogis. Die Speisen sind generell nicht stark gewürzt, gesalzen oder extrem sauer. Das passende Getränk ist übrigens klares Wasser oder Milch. Yogis ernähren sich zudem vorwiegend von Produkten aus biologischem Anbau und meiden Fleisch, Fertigprodukte, Alkohol und Nikotin. Die letzte Mahlzeit sollte übrigens mindestens zwei Stunden vor der Yogapraxis eingenommen werden, damit Verdauungsvorgänge nicht die Ausübung der Asanas und der Atemtechniken beeinträchtigen.

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