Bei der out-of-body experience (OBE) handelt es sich um eine außerkörperliche Erfahrung (AKE), die auch mit Astralwanderung, Astralreise oder luzidem Traum bezeichnet wird.

Bei diesem Erlebnis befindet sich der Betroffene außerhalb seines physischen Körpers. Er ist in der Lage, sich selbst – sozusagen als Beobachter – zu betrachten und sich unabhängig von Zeit und Ort von seinem Körper zu entfernen, ohne die Verbindung zu ihm zu verlieren. Schwerkraft existiert nicht mehr, geschlossene Türen, Mauern, Dächer sowie Personen oder Tiere stellen keine Hindernisse dar – sie werden problemlos durchdrungen. So unterschiedlich diese Reisen empfunden werden – eine zentrale Aussage ist das Schweben über dem eigenen Körper. Einige Personen berichten von einem sogenannten Rundumblick, der 360°-Sicht. Das bewusste Zeitgefühl fehlt während einer Astralreise, man weiß in der Regel nicht, wie lange man »unterwegs« war.

Astralreisende erzählen unter anderem von dem Gefühl der völligen Losgelöstheit vom Körper, von Vollkommenheit (auch im Falle von Amputationen), dem Empfinden tiefen Friedens und dem Erleben von Glücksmomenten. Schmerzen werden in dieser Phase nicht empfunden und obwohl der Körper die Augen geschlossen hat, können die Betroffenen sehen und auch hören. Sie »erspüren« Gegenstände, ohne sie zu berühren.

Auch Nahtoderfahrungen zählen zu den out-of-body experiences. Betroffene berichten oftmals darüber, z. B. nach einem Autounfall schwebend von oben auf ihren Körper herabgeschaut zu haben. Ihre Umgebung und andere beteiligte Menschen nahmen sie wahr und konnten anschließend Details beschreiben.

Eine Reihe von Menschen konnte nach Operationen unter Vollnarkose nicht nur einzelne Schritte des Eingriffs nennen, sondern auch das, was im Nebenraum geschah.

Bei dem Phänomen der AKE handelt es sich nicht einfach nur um eine Visualisierung. Die Menschen, die das selbst erlebt haben, beschrieben Dinge, die sie aus der üblichen Perspektive nicht hätten sehen können. Gleichzeitig wird diese Erfahrung als ebenso real empfunden, wie das alltägliche Leben.

Der Tod wird danach oft mit anderen Augen gesehen. So haben die meisten nach einem solchen Erlebnis keine Angst mehr vor dem Prozess des Sterbens. Sie sind überzeugt davon, dass ihr Astralkörper, auch feinstofflicher Körper oder Seele genannt, im Augenblick des Todes ihren biologischen oder grobstofflichen Körper verlässt und ohne ihn weiter existiert.

Auch tiefgreifende Veränderungen der Persönlichkeit und eine gewandelte, völlig neue Weltanschauung können danach oft beobachtet werden. Materielles verliert an Bedeutung – man besinnt sich auf andere Werte und erlebt sich plötzlich nicht mehr nur als seinen Körper.

Ob eine Person eine solche Erfahrung für möglich hält oder jemals davon gehört hat, ist unerheblich, sie kann bei jedem Menschen auftreten.

Außerkörperliche Erfahrungen können bewusst und willentlich mit verschiedenen Techniken herbeigeführt werden. Allerdings darf man nicht erwarten, dass es nach Erlernen der jeweiligen Methode auf Anhieb klappt. Geduld ist der erste Schritt auf dem Weg zum Ziel. Kontraproduktiv ist auf jeden Fall ein zu großer Wunsch oder etwas erzwingen zu wollen.

Voraussetzung, diesen Zustand überhaupt zu erlangen, ist es, das Gehirn in die Theta-Frequenz zu bringen (7 – 4 Hertz = Schwingungen pro Sekunde). Dies kann man durch verschiedene Methoden erreichen, z.B. Hypnose, Meditation oder speziell entwickelte Töne, mit denen man die Gehirnwellen manipuliert (Brainwave Entrainment). Eine Kombination des Brainwave Entrainments mit Entspannungsmethoden soll den Prozess beschleunigen.

Psychisch unstabilen Personen wird jedoch geraten, von bewusst herbeigeführten Astralreisen Abstand zu nehmen.

Folgende Umstände können ebenfalls zu out-of-body experiences führen:

– Phase des Einschlafens
– Phase des REM-Schlafs (Rapid Eye Movement = schnelles Augenrollen)
– Übermüdung
– Migräne
– Während einer Meditation, Tiefenentspannung oder Hypnose
– Schamanische Rituale und Tänze
– Alkohol- und Drogeneinfluss
– Epilepsie
– Hirnschädigungen
– Vollnarkose
– Unfälle
– Todesnähe

Nach Schätzungen sollen etwa 10 bis 20 % der Weltbevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben eine solche Erfahrung gemacht haben, bei Yoga-Übenden spricht man sogar von bis zu 30 %.

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