Der Buddhismus ist die viertgrößte Religionsgemeinschaft der Welt mit mehreren hundert Millionen Anhängern – die Angaben schwanken zwischen 200 – 500 Millionen.
Seinen Ursprung hat der Buddhismus in Indien und er ist auch heute noch überwiegend in Asien, hauptsächlich in China, verbreitet. Das Wort „Buddha“ bedeutet „Erwachter“ und ist ein Ehrentitel.
Als Erwachen wird im Buddhismus ein zentrales Erlebnis bezeichnet, das eine tief gehende, den Menschen befreiende Einsicht in die grundlegenden Tatsachen des Lebens beschreibt. Damit ist allerdings keine plötzliche Erleuchtung gemeint, sondern das Ergebnis einer zielstrebigen Lebensführung nach den Lehren Buddhas.

In der buddhistischen Lehre bildeten sich drei Hauptrichtungen heraus, die so genannten „Wege“, um zur Erleuchtung zu gelangen.

Theravada – der Alte Weg
Der Schwerpunkt liegt hier auf positivem Verhalten und dem Vermeiden von Leid und Schwierigkeiten im Alltag. Die Ursachen für das Leid – Gier, Hass und Verblendung – werden überwunden durch tugendhaftes Verhalten, Meditation und Erkenntnis. Theravada stellt die Fähigkeit des Einzelnen in den Mittelpunkt, durch Training von Weisheit, Ethik und Meditation die Erleuchtung zu erlangen.

Mahayana – der Große Weg
Besonders Laien praktizieren diesen Weg. Hier steht die Entwicklung von Weisheit, tatkräftige Liebe und Mitgefühl im Mittelpunkt. Der Buddhist strebt danach, vollkommen zu werden, um das Leben für andere und sich selbst zu verbessern, ihm einen Sinn zu geben.
Eine Variante des Großen Weges ist der Zen-Buddhismus. Er entstand im 6. Jahrhundert in China, ist jedoch vor allem in Japan verbreitet. Seine Idee ist, das Leben zu vereinfachen, Wissen und Konventionen werden als Ballast betrachtet. In dieser Form der buddhistischen Lehre entsteht die Erleuchtung nicht als Ergebnis eines langen Weges, sondern die allumfassende Einsicht bricht plötzlich durch.

Vajrayana – der Diamantweg
Man könnte sagen, Buddhisten, die diesem Weg folgen, glauben an das Gute im Menschen. Sie gehen davon aus, dass jeder Mensch die so genannten „erleuchteten“ Eigenschaften besitzt, die nur zum Vorschein gebracht werden müssen: Furchtlosigkeit, Freude und tatkräftiges Mitgefühl. Sie streben deshalb danach, in jeder Lebenslage den höchstmöglichen geistigen Reichtum zu erfahren.

Buddhismus ist mehr als eine Religion, er ist auch eine Lehre für eine bestimmte Art der Lebensführung – sicher mit ein Grund, warum die Ideen auch immer mehr Menschen in den westlichen Ländern anziehen. Die Anhänger folgen den Lehren von Siddhartha Gautama, der wahrscheinlich im 6. Jahrhundert vor Christus in Lumbini im heutigen Nepal geboren wurde. Die Legende besagt, dass er in tiefer Meditation das Wesen des Geistes erkannte und damit ein „vollkommen Erwachter“ wurde – ein Buddha. Er lehrte 45 Jahre und starb im Alter von 80 Jahren.
Von seinen Anhängern – Mönchen, Nonnen und Laien – fordert er nicht blinden Gehorsam, sondern empfiehlt ihnen, die Inhalte seiner Lehren anhand der eigenen Erfahrungen zu überprüfen.
Die Lehre des Buddhismus kennt also keine Dogmen, sondern das Ziel ist, dass jeder Menschen mit ihrer Hilfe seine eigenen Möglichkeiten entfalten kann. Der Buddhismus erwartet von seinen Anhängern, selbst die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Sie sollen immer berücksichtigen, dass die Art wie sie leben, Folgen hat.
Der Begriff des Karma wird in unserem allgemeinen Sprachgebrauch mit unabwendbarem Schicksal gleichgesetzt. Doch im Verständnis des Buddhismus ist damit das Zusammenwirken von Ursache und Wirkung gemeint. Wer in seinem Leben Leidvolles erlebt, hat in der Vergangenheit, in einem früheren Leben, die Ursachen dafür selbst geschaffen. Der Buddhismus unterstellt aber dabei keine Bösartigkeit, sondern eher Unwissenheit. Die grundsätzlich Annahme ist, dass Menschen mit ihrem Handeln nach Glück streben und Leid vermeiden wollen

Die Vier Edlen Wahrheiten
Buddhisten gehen davon aus, dass das Leben grundsätzlich von Leid geprägt ist – die Erste Edle Weisheit. Die Zweite Edle Wahrheit beschäftigt sich mit den Ursachen dieses Leids: das sind die drei „Geistesgifte“ Gier, Hass und Verblendung. Um Leid zu vermeiden und Glück entstehen zu lassen, müssen diese Ursachen vermieden werden – die Dritte Edle Wahrheit. Und schließlich das Mittel, dieses Ziel zu erreichen: Die Vierte Edle Weisheit besagt, dass der Mensch die Übungen des Edlen Achtfachen Pfades praktizieren sollte.

Der edle Achtfache Pfad
Der Achtfache Pfad zeigt, wie der Mensch leben muss, um sich vom Leiden zu befreien. Die acht Methoden müssen gleichzeitig befolgt werden.
Rechte Erkenntnis: Sich eingestehen, dass das erlebte Leid Ergebnis der eigenen Handlungen ist.
Rechte Absicht: Allen Lebewesen gegenüber Wohlwollen zeigen.
Rechte Rede: Nicht lügen, verleumden oder schimpfen, unnützes Gerede und Klatsch vermeiden, die Rede nutzen, um Probleme zu lösen.
Rechtes Handeln: Nicht Töten, Stehlen oder Menschen sexuell missbrauchen, hilfreich für die Gesellschaft handeln.
Rechter Lebenserwerb: Einen Beruf auszuüben, der anderen Lebewesen nicht schadet. Damit unvereinbare Berufe sind Metzger, Fischer, Soldat, Waffenhändler und Tierhändler
Rechte Streben: Negative Emotionen wie Begierde, Hass, Zorn oder Ablehnung kontrollieren.
Rechte Achtsamkeit: Die eigenen Handlungen mit Achtsamkeit beobachten und erkennen, was sie mit uns machen. Schlechte Gefühle abbauen. Lernen, sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren.
Rechte Meditation: Über die Versenkung zu Gleichmut, Heiterkeit, Klarheit finden und Begierden überwinden.
Rechtes Denken: Gedanken sollten immer aufbauend sein, dazu gehört auch, anzuerkennen, dass alles im Leben vergänglich ist.

Andere verbindende Wahrheit
Hinduismus

Hinduismus

Nahtoderfahrungen

Nahtoderfahrungen

Out-of-Body experience

Out-of-Body experience

Maya - das Grobstoffliche

Maya - das Grobstoffliche

newsletter-slogan